Die Funktion "Mindestbestellwert" wie man sie aus Shopware 5 kennt, existiert in Shopware 6 nicht mehr als eigene Funktion. Wie auch viele andere Features, kann auch der Mindestbestellwert über den Rule Builder angepasst werden. Alternativ lässt sich der Mindestbestellwert auch über ein Plugin lösen.
Mit dem Rulebuilder kann zunächst nicht offiziell ein Mindestbestellwert hinterlegt werden, sondern du musst über den Weg der Zahlungsarten gehen und diese sperren, wenn nicht ein vorher festgelegter Mindestbestellwert erreicht wurde.
Gehe auf Einstellungen > Rule Builder > Regel erstellen
Dort trägst du dann den Namen der Regel an. Benenne diesen so, dass du ihn persönlich verstehst, zum Beispiel "Mindestbestellwert 30€".
Wenn du bereits Regeln erstellt hast, solltest du dir Gedanken um die Priorität der Regel machen. Ansonsten kannst du bei "Priorität" zum Beispiel "1" eintragen.
Im Bereich "Typ" wählst du "Zahlungsart" aus.
Nun kommen wir zur eigentlichen Regel im Bereich "Bedingungen".
Im nächsten Schritt wählst du "ist größer" oder "ist größer/gleich", je nach persönlichem Wunsch. Wenn du also exakt ab 30,00 € die Zahlungsmethoden freischalten möchtest, wählst du "Ist größer/gleich". Wählst du "größer" aus, gilt dies ab 30,01 €.
Sobald diese Regel aktiv ist und du den Cache geleert hast, greift die Regel bereits. Technisch bist du damit fertig, für die User Experience empfehlen wir dringend, einen weiteren Schritt durchzuführen.
Wichtig: Solltest du bereits andere Regeln für Zahlungsarten im Rule Builder hinterlegt haben, müssen diese erweitert werden. Diese kannst du mit einem "Und" erweitern, damit beide Regeln sauber greifen und nicht kollidieren.
Wenn die Zahlungsmethode nicht verfügbar ist, siehst du im "Drawer" und Checkout lediglich "Die Zahlungsart *Name* ist für Ihren aktuellen Warenkorb gesperrt".
Wenn der Nutzer zuvor nicht auf den Mindestbestellwert hingewiesen wurde, kann er diese Meldung nicht verstehen. Auch bei vorherigen Hinweisen im Shop sollte dieser Text angepasst werden, damit der Kunde die Meldung versteht, seinen Warenkorbwert erhöhen und die Bestellung abschließen kann.
Im nächsten Schritt suchst du also den Textbaustein:
checkout.payment-method-blocked

Diesen solltest du so anpassen, dass deine Kunden ihn verstehen, zum Beispiel:
"Der Warenkorbwert liegt unter dem Mindestbestellwert von 30 € (inkl. Versandkosten). Bitte erhöhen Sie den Warenkorbwert, um Ihre Bestellung abschließen zu können."
Wichtig: Wenn du beispielsweise bereits eine Regel im Rule Builder hast, die eine bestimmte Zahlungsmethode sperrt, sobald beispielsweise "DPD" statt "DHL" gewählt wurde, taucht derselbe Hinweis mit dem Mindestbestellwert auf, auch wenn die eigentliche Sperrung sich auf die Versandmethode bezieht. Sollte es entsprechende Szenarien in deinem Onlineshop geben, empfehlen wir den Weg über ein Plugin.
Wir empfehlen, Plugins vor allem dann einzusetzen, wenn es sich nativ nicht oder nur eingeschränkt abbilden lässt. In erster Linie ist daher der Weg über den Rule Builder empfehlenswert. Sollte der Rule Builder keine Option für dich sein, beispielsweise weil du bereits bestehende Regeln zu den Zahlungsmethoden aktiviert hast und der Hinweistext unpassend ist, gibt es dennoch die Möglichkeit, es über ein Plugin zu lösen.
Mit dem Plugin "Mindestbestellwert" von ditegra GmbH kannst du ab Shopware 6.3.0.0 den Mindestbestellwert über das Plugin lösen. Die monatlichen Kosten liegen bei 9,90 €.
Ein Vorteil liegt darin, dass du bereits im Drawer den "Weiter zur Kasse"-Button ausgrauen kannst, wenn der Mindestbestellwert nicht erreicht wurde.
Ein wichtiger Grundsatz ist, dass deine gesetzten Regeln im Rule Builder wohlüberlegt sein sollten. Überlege dir mehrere Zusammenstellungen des Warenkorbs und stelle sicher, dass die Regeln wie gewünscht greifen. Das Testing ist besonders wichtig, wenn es um das Thema Checkout und Zahlung geht. Nichts wäre ärgerlicher als ein Kunde, der ein Produkt kaufen möchte, aber technisch keine Möglichkeit dazu hat. Je nach internem Monitoring fallen solche Fehler möglicherweise auch erst nach längerer Zeit auf.
Eine einfache Regel mit der "Summe" bzw. "Gesamtsumme" ist nicht sehr komplex, sollte dennoch ordentlich getestet werden.
Wir empfehlen daher, ein sauberes Testing und ein ordentliches Monitoring des Bestellaufkommens und der Abbruchrate im Checkout. Google Analytics 4 kann hierbei ein Tool der Wahl sein, wobei die Daten zum Bestellaufkommen bis zu 48 Stunden rückständig sein können.


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